Kronenfest bei strahlendem Sonnenschein gefeiert

Am Sonntag, den 28. Juni 2015 lud die Evangelisch-Lutherische Kirchenge-meinde Giebelstadt zum Kronenfest am Peter- und Paulstag ein. Bei strahlen-dem Sonnenschein waren zahlreiche Gäste aus nah und fern gekommen.

Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Oswald. Anschließend zogen die Gottesdienstbesucher, allen voran die Trachtenträgerinnen und Trach-tenträger zum Kronenbaum. Dort wurde das Fest traditionell durch den Spruch des Jungaltknechtes eröffnet. Diese Rolle übernahm in diesem Jahr Herr Jürgen Oberth aus Scholten.

Danach lud Pfarrer Thomas Kohl zum Frühschoppen und zum Mittagessen ein. Auf der Speisekarte standen neben der fränkischen Bratwurst und Steaks, die in Siebenbürgen sehr beliebten Mici. Ein reichhaltiges Salatbuffet, das von fleiss-igen Gemeindegliedern zubereitet wurde, erfreute sich großer Beliebtheit.

Am frühen Nachmittag begann ein siebenbürgisch-fränkisches Kulturprogramm. Bekannte Lieder wurden gekonnt vom Singkreis der Heimatortgemeinschaft (HOG) Rode unter der Leitung von Roland Schmidt auf Hochdeutsch und in sie-benbürgisch-sächsischer Mundart vorgetragen. Aus Sennfeld bei Schweinfurt kam die Tanzgruppe des Volkstrachtenvereins „Die Semflder“ zusammen mit ihrem 1. Vorsitzenden Helmut Büschel. Sie erfreuten die Besucher mit zwei fränkischen Plantouren, die traditionelle fränkische Volkstänze zur Kirchweih zeigten. Die Marktgemeinde Giebelstadt wurde durch die Volkstanzgruppe Eß-feld repräsentiert, die unterm Kronenbaum drei Volkstänze zeigten. Sie wurden angeführt durch die beiden Vorsitzenden Hilde Weisensel und Bernhard Konrad. Ein farbenprächtiger Höhepunkt des Nachmittagsprogramms war der Bänder-tanz der HOG Scholten. Die blauen und roten Bänder, die symbolisch für die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen stehen, wurden zu einem kunstvollen Flechtwerk zusammen geführt. Eingestreut in das Programm aus Gesang und Tanz waren Mundarbeiträge im fränkischen und siebenbürgisch-sächsischen Dialekt. Adelheid Roth, Kulturbeauftragte der HOG Rode, trug in ihrer sächs-ischen Mundart die Gedichte „Am wot? (Warum?), Far eus (Für uns) und Hie-met (Heimat) vor. Pfarrer Thomas Kohl beschäftigte sich in seinem fränkischen Mundartbeitrag mit dem Allerweltswort „Öbbes“ (Etwas). Den Abschluss dieses gelungenen Programms bildete ein sich spontan zusammen gefundener gemein-samer Chor, der aus Mitgliedern der HOG Rode und den anwesenden Sängern vom Männergesangverein Liederkranz 1863 Giebelstadt e.V. bestand. In enger Verbundenheit sang man allen Gästen die irischen Segenswünsche mit dem Lied „Möge die Straße“ zu.

Da man sich nach einem so reichen Kulturprogramm gleich wieder stärken musste, wurde das Kaffee- und Kuchenbuffet eröffnet. Dort fand man neben einheimischen Backerzeugnissen auch Spezialitäten aus Siebenbürgen, wie etwa Hanklich, Nußstriezel und Baumstriezel, der am Vormittag frisch gebacken wur-de.

Der reich gefüllte Tag klang aus mit einem gemeinsamen Volksliedersingen. Peter Kluge, früherer Musikwart des Trachtenverbandes Unterfranken e.V. be-gleitete an seinem Akkordeon die Festbesucher schon seit dem späten Vormit-tag. Gerne und aus voller Kehle sang man die traditionellen Weisen und so legte sich ein unsichtbares Band um alle, die diesen Tag gemeinsam gefeiert haben.

Ein ganz großes Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern die mit uner-mütlichem Engagement dieses Fest liebevoll vorbereitet und durchgeführt haben. Ebenfalls ein herzlicher Dank an alle Gäste und Mitwirkenden, die teilweise lange Wege auf sich genommen hatten, um in Giebelstadt das tradi-tionelle Kronenfest aus dem siebenbürgisch-sächsischen Brauchtum zu feiern.

Giebelstadt, den 29.06.2015

f.d.R.: Thomas Kohl, Pfarrer (sem.)

Evang.-Luth. Pfarramt Herchsheim
Giebelstadt
Pfarrer (sem.) Thomas Kohl
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